#storytime


Storytime, Modelbranche

"Ich bin über Facebook auf die Agentur ---- Models aufmerksam geworden, dort waren viele positive Kommentare, wo ich heute weiß, dass die Fake waren (ich das damals aber nicht hinterfragt habe).

Den Fotografen hatte ich dann in Pforzheim bei ihm zu Hause getroffen.

Er hat mir damals einen Vertrag angeboten und wir haben auch ein TFP Shooting gemacht.

Ich durfte die Fotos auch behalten, aber nicht bearbeiten - was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Hochladen durfte ich sie überall, wenn ich ihn verlinke.

Ich hatte dann aber noch Kleinigkeiten bearbeitet und daraufhin hat er sich dann aufgeregt.

Ich habe praktisch seine Arbeit ruiniert... dann gingen die Streitigkeiten los und ich habe mich ein zweites Mal mit ihm getroffen.

Meine Schwester war gottseidank immer mit dabei, was mir auf jeden Fall Sicherheit gegeben hat und auch wichtig ist! Ich würde euch sogar eine männliche Begleitperson empfehlen. Außerdem würde ich im Nachhinein empfehlen zu keinem Fotografen nach Hause zu gehen der kein Fotostudio hat.


In seiner Wohnung durfte ich mich dann im Bad umziehen und schminken, seine Frau war auch da. Dann haben wir Fotos gemacht. Komplett angezogen, also Jeans, Pullover - also nichts Dramatisches. Da war es auf jeden Fall ein professioneller Umgang.

Was mich aber gestört hat ist, dass mein Träger vom Top runtergerutscht ist und anstatt einfach zu sagen, dass ich ihn wieder hochmachen soll, ist er zu mir hergekommen und hat ihn gerichtet und dabei meinen Brustkorb/ Schlüsselbein angefasst.

Damals dachte ich mir das ist vielleicht normal, dass ein Fotograf das darf.

Aber es ist nicht erlaubt und man sollte sich sowas nicht gefallen lassen.

Vor allem weiß ich nicht, was passiert wäre, wenn meine Schwester nicht mit dabei gewesen wäre oder auch nicht - aber solche Situationen passieren ja selbst Topmodels.


Durch ihn hatte ich meine erste Modelerfahrung.

Ich habe mich durch ihn nicht mehr in meinem Körper wohlgefühlt. Er meinte zu mir, dass ich schwarze Strumpfhosen tragen soll, weil ich sonst auf Bildern zu dick aussehe.

Ich sollte außerdem mindestens 10Kg abnehmen und nur einen Apfel am Tag essen.

Durch ihn fand ich mich nicht mehr schön und habe mich nicht mehr wohlgefühlt in meinem Körper und mich deswegen zur Sport- und Fitnesskauffrau ausbilden lassen, damit ich dazu alles lerne.

Ich hatte danach mehr Shootings, bevor die Pandemie losging.

Auch hier musste ich wieder solche Erfahrungen machen: ein Sixpack wäre gut, Dehnungsstreifen und Cellulite müssen wegretuschiert werden.

Doch niemand ist perfekt, auch kein Topmodel.


Ich wünschte mir, dass Mädels und Jungs die Augen geöffnet werden und dass sie verstehen, dass sie einfach perfekt sind wie sie sind.

Niemand ist makellos!"



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